Forum # 1: 'Wettbewerbe für Kulturbauten’

Date: 
08.01.2009 13:00 - 18:30

ANMELDUNG AB 1. DEZEMBER 2008

FORUM #1

EINE FACHTAGUNG ZU AKTUELLEN FRAGEN IM WETTBEWERBSWESEN

Im Zentrum der Veranstaltung stehen Kulturbauten als Aufgabenstellung von Architekturwettbewerben. Anlass bildet der aktuelle Wettbewerb zur Erweiterung des Kunsthaus Zürich. Das erste Forum der Stiftung will die verschiedenen Perspektiven im Wettbewerb sichtbar machen und die Komplexität heutiger Verfahren aufzeigen. Zu diesem Zweck wird die Wettbewerbsaufgabe «Kulturbauten» in wissenschaftliche Beiträge eingebettet und aus der Sicht relevanter Akteure diskutiert. Ein Podium nimmt die Beiträge auf und lädt zu einer breiten Debatte unter Fachleuten ein.

Das Kunsthaus Zürich will mit einem Erweiterungsbau am Heimplatz bis 2015 seine Vision eines Museums des 21. Jahrhunderts realisieren. Die Jury hat im Wettbewerb um die Erweiterung des Kunsthaus Zürich das Projekt des Büros David Chipperfield Architects zum Sieger gekürt. Vom 16. Dezember 2008 bis 11. Januar 2009 werden alle 20 eingereichten Projekte im Kunsthaus öffentlich ausgestellt.

PROGRAMM

TEIL 1 13:30–15:30 H AUDIMAX, ETH ZENTRUM

EINFÜHRUNG UND WISSENSCHAFTLICHE GRUNDLEGUNG

Joris Van Wezemael (Dr.) Stiftung Forschung Planungswettbewerbe Begrüssung und Einführung

Pierre Frey (Prof. Dr.) EPF Lausanne, Archives de la construction moderne Acm Wettbewerbe fur Kulturbauten in historischer Perspektive. Zur Bedeutung der Wahl von Wettbewerbsformen, der Programmformulierung und des Preisgerichts für das Wettbewerbsergebnis.

Andreas Tönnesmann (Prof. Dr.) ETH Zürich, Geschichte und Theorie der Architektur GTA Bauaufgabe «Museen erweitern»

Sonja Hildebrand (Dr. habil.) ETH Zürich, Geschichte und Theorie der Architektur GTA Bauhistorische Einbettung der aktuellen Kunsthaus-Erweiterung

TEIL 2 15:45–17:15 h AUDIMAX, ETH ZENTRUM

Unterschiedliche Perspektiven zu Wettbewerben

Daniel Kündig Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein SIA

Markus Schaefle Bund Schweizer Architekten BSA, Ortsgruppe Zürich
Philipp Maurer Schweizer Heimatschutz

Kathrin Martelli Vorsteherin des Hochbaudepartementes der Stadt Zürich, Mitglied der Jury des Architekturwettbewerbes und des Lenkungsausschusses der Kunsthaus-Erweiterung

TEIL 3 17:30–18:30 h AUDIMAX, ETH ZENTRUM
Podiums-Diskussion zu Wettbewerben für Kulturbauten

Peter Ess Direktor Amt für Hochbauten der Stadt Zürich AHB

Fritz Schumacher Kantonsbaumeister Basel-Stadt

Regina Gonthier Architektin und Vize-Präsidentin der «Wettbewerbskommission» des SIA

Benedikt Loderer Stadtwanderer und Redaktor Hochparterre

Pierre Frey Professor EPF Lausanne, Archives de la construction moderne Acm

Judit Solt Moderation, Chefredaktorin Tec21

TEIL 4 18:45–20:00 h VORTRAGSSAAL, KUNSTHAUS

Apéro und Besichtigung der Ausstellung zur Kunsthaus –Erweiterung

Franz Eberhard Direktor Amt für Städtebau der Stadt Zürich AfS

Führung durch die Wettbewerbsausstellung Kunsthaus-Erweiterung im Kunsthaus Zürich

INFORMATIONEN wettbewerb.kulturbauten@arch.ethz.ch

KOSTEN CHF 50.– pro Person

ANMELDUNG VIA www.research-design-competitions.org

ANMELDESCHLUSS Montag 29.12.2008

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Comments on this post:

In der Diskussion wurde

In der Diskussion wurde vielfach auf Ausführungen von Peter Ess (Direktor Amt für Hochbau, Stadt Zürich) hingewiesen, die im Tec21(51-52/2008) abgedruckt wurden. Folgender Kommentar wurde uns von Herrn Heinrich Matthias zur Veröffentlichung zugestellt.

Duplik zum Ausschreibungsverfahren der ERWEITERUNG KUNSTHAUS ZÜRICH im tec 21 51-52/2008

Sehr geehrter Herr Ess,

anbei erlaube ich mir in aller Höflichkeit, die von Ihnen hervorgebrachten Argumente im Tec 21 51-52/2008 zu beleuchten. - Es ist eben so, die meisten Personen verwenden Begriffe, welche sie nicht eigentlich verstehen; auf dieses Phänomen, hat bereits 400 Jahre vor Christus, der Philosoph Sokrates in seinen Auftritten auf dem Marktplatz aufmerksam gemacht: - Als Aufhänger Ihrer Replik stellen Sie mich in die „l’art pour l’art“Ecke. Der Begriff „l’art pour l’art“ ist pejorativ und bedeutet: Kunst um der Kunst willen; also ohne Nutzen und geistigem Tiefgang. Wenn nämlich Kunst nur „l’art pour l’art“ wäre, müsste man die Kunstfreiheit nicht gesetzlich schützen, da sie niemandem zu nahe treten würde. Für reine „l’art pour l’art“Objekte, werden ja auch keine Museen gebaut. - Auch die Kunst hat eine Funktion, nämlich im weitesten Sinn, die Hinterleuchtung des Zeitgeistes.

Nun zusammengefasst zu Ihren vier Hauptargumenten der Replik:

  1. Selbstverwirklichung

  2. Architektur versus Ökonomie

  3. Ausführungssicherheit

  4. Submissionsverfahrenswahlfreiheit

  5. Zur Selbstverwirklichung:

In diesem unterstellen Sie andeutungsweise, dass bei einem offenen Verfahren keine Fachleute mitmachen würden, und das offene Verfahren lediglich zur Selbstverwirklichung des künstlerischen Schaffens einiger „Nichtarchitekten“diene. Auf diese nicht substanzierte Behauptung muss nicht weiter eingegangen werden, weil dafür explizit und implizit der Berufsregister existiert.

  1. Zur Architektur versus Ökonomie: Hier spielen Sie „Architektur“und „Ökonomie“ gegeneinander aus. Dieses Argument ist unfundiert; auch bei den Eingeladenen gibt es solche welche sich mehr, und solche welche sich weniger um die „Ökonomie“ kümmern. - In der Phase eines Wettbewerbes, stellt so oder so die Vernunft- und somit auch volks- und betriebswirtschaftliche Ökofrage, welcher Wert vorerst höher zu gewichten sei: Die städtebauliche Einpassung, oder die Erfüllung kleinlicher technischer Anforderungen, welche auch im Laufe einer Weiterentwicklung gelöst werden können.

  2. Zur Ausführungssicherheit : Hier behaupten Sie, dass die „Ausführungssicherheit“ nur bei selektiven Ausschreibungen und beschränkten Anzahl Teilnehmer gewährleistet sei. Durch den Umstand, dass auch Nachwuchsteams eingeladen wurden, ist ihre Behauptung a priori nicht plausibilisiert. - Oder wurden diese lediglich zum Alibi eingeladen? –In diesem Zusammenhang stelle man sich auch die logistischen Umtriebe und Unsicherheiten vor, welche entstanden wären, hätte das Team aus Südamerika, (wegen den unterschiedlichen Bautechniken dort und hier), gewonnen. - Stringent ist somit auch das dritte Argument nicht.

  3. Zur Submissionsverfahrenswahlfreiheit: Ihre Behauptung der Bauträger könne allenfalls auf einen Wettbewerb verzichten, ist nicht redlich. Im Fall des Kunsthauses ist der Bauträger vom öffentlichen Terrain und von öffentlichen Geldern abhängig, somit ist die Anwendung der WTO Bestimmungen zwingend und der Wettbewerb der einzig brauchbare Weg.

Indem die subtantiellen Argumente Ihrer Replik einfach zu entkräften sind, steigert sich mein Appell an die Submittenten: Politischen Druck auszuüben, dass solche von Staat finanzierten, untransparenten Verfahren in in naher Zukunft ein Ende haben.

Mit freundlichen Grüssen Heinrich Matthias

NZZ, 10.1.2009: Weiterbauen

NZZ, 10.1.2009: Weiterbauen amPlatz derWettbewerbe

Architekten, Wissenschafter und Experten aus der Verwaltung haben am Donnerstag an der ETH über Planungswettbewerbe am Beispiel der Kunsthaus-Erweiterung gesprochen. In zwei Punkten war man sich am Ende einig: Die Veranstaltung war ein Erfolg. Besser aber wäre es gewesen, wenn sie vor dem Kunsthaus- Wettbewerb stattgefunden hätte. Mehr…: http://www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/weiterbauenamplatzderwettbewerbe_1.1672942.html

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